Prävention des Dekubitus

Risikofaktoren

von: Mölnlycke Health Care, Oktober 26 2012Beiträge: Prävention des Dekubitus

In der Dekubitusprophylaxe müssen viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Der allgemeine Gesundheitszustand, die Mobilität, der Ernährungszustand, die Feuchtigkeit der Haut, das Alter und die Vorgeschichte zu Druckgeschwüren sind einige der Faktoren, die das Risiko eines Patienten, einen Dekubitus zu entwickeln, beeinflussen.
Diese müssen im Zusammenhang mit äußeren Faktoren wie Druck und Scherkräfte berücksichtigt werden.
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Erfahren Sie mehr über Ursache von Druckgeschwüren

  • Intrinsische und extrinsische Faktoren müssen berücksichtigt werden.
  • Eine strukturierte Risikobewertung sollte durchgeführt werden – Neubewertungen dürfen nicht vergessen werden.
  • Genaue Dokumentation jedes Bewertungskriteriums ist entscheidend.
  • Präventionsplan sollte basierend auf der Risikobewertung umgesetzt werden.
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Wichtige Risikofaktoren

 

Allgemeiner Gesundheitszustand – hat der Patient mehrere Gesundheitsprobleme – Zustände wie Diabetes mellitus oder Atemwegszustände, die für einen Patienten nachweislich ein erhöhtes Risiko darstellen
Mobilitätsstatus – verminderte Mobilität beeinträchtigt die Fähigkeit der Druckentlastung von gefährdetem Gewebe
Ernährungszustand – eine schlechte Ernährung kann zahlreiche Auswirkungen haben – der Ernährungszustand kann durch einfache Gewichtsüberwachung und die Beurteilung bestimmter Indikatoren wie Hämoglobin oder Serum-Albumin beurteilt werden
Feuchtigkeitsgehalt der Haut – dies ist ein facettenreicher Abschnitt – das Wissen um Austrocknung ist kritisch, jedoch sollten auch eine erhöhte Körpertemperatur und ihre Auswirkungen berücksichtigt werden
Alter – Auswirkungen des Alters gehen nachweislich mit einem erhöhten Risiko einher, jedoch sollte man darauf achten, dass Druckgeschwüre in jedem Alter auftreten können, wenn eine Mischung aus Risikofaktoren vorliegt
Vorgeschichte früherer Druckgeschwüre – die Stellen ausgeheilter Geschwüre stellen ein hohes Risiko dar, da das Narbengewebe nur bis zu 80 % der ursprünglichen Belastbarkeit besitzt
Arzneimittelvorgeschichte – beispielsweise kann die Einnahme von Steroiden die Hautintegrität beeinträchtigen
Probleme in Verbindung mit der Durchblutung/Sauerstoffsättigung – Instabilität des Herz-Kreislauf-Systems, inotrope Unterstützung, Sauerstoffbedarf sorgen nachweislich für eine Erhöhung des Risikos für Druckgeschwüre
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Fremdrisikofaktoren

Es werden meistens vier Fremdfaktoren1, 24 genannt, die ein Risiko für eine Gewebeschädigung darstellen:

  1. Druck1, 24
  2. Scherzug1, 24, 25, 16
  3. Mikroklima der Haut1, 27 – Hitze und Feuchtigkeit
  4. Reibung1 – diese Kraft wurde in der Vergangenheit dieser Liste hinzugefügt, wird aber nun separat diskutiert und die Wunden werden als Reibungswunden beschrieben.

Oftmals sind es mehrere Ursachen zusammen, die für einen anfälligen Patienten das höchste Risiko darstellen. Im Weichteilgewebe, adipösem Gewebe, Bindegewebe und in Muskeln kommt es zu einer Gewebeverformung, wenn diese Kräfte auftreten und Stress sowie Belastungen verursachen, die die für eine normale Funktion wichtigen Durchblutungs- und Zellmechanismen beeinträchtigen. . Im klinischen Umfeld werden normalerweise ungleichförmige Kräfte festgestellt und es sind oftmals Scherkräfte vorhanden. Alter, Lebensweise und chronische Krankheiten können die Fähigkeit zur Reaktion auf diese Kräfte beeinflussen.

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Druck



Definition – eine Belastung, die im rechten Winkel
auf die Gewebefläche einwirkt.

Fast facts

  • Beeinträchtigung durch Steifheit der Oberfläche, Belastung, Gewebezusammensetzung, Geometrie
  • Normalerweise ausgedrückt in lb/in² (psi) oder mmHg
  • Knochenvorsprünge können höherem Stress/höheren Belastungen ausgesetzt sein und daher zu einer Schädigung tiefer Gewebeschichten führen
  • Die Kombination von Druck mit anderen Kräften kann die Probleme verschlimmern
  • Druckwunden neigen zu einer gleichmäßigen oder kreisförmigen Gestalt und sehen eher harmlos aus
  • Einfluss von Zeit – hohe Belastungen über eine kurze Dauer können genauso schädigend sein wie geringe Belastungen über längere Zeit
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Scherung



Definition: „Eine Bewegung oder Beanspruchung durch einwirkende Kräfte, die dazu führt, oder dazu führen kann, dass sich zwei angrenzende interne Körperteile in der Horizontalebene verformen.“


Kurzinformation

  • Nimmt bei seitlichen Bewegungen zu; tritt ebenfalls auf, wenn der Patient flach hingelegt wird.
  • Wenn die Druckbelastung konstant ist und die Scherkräfte zunehmen, kann es sein, dass auch die Verformung des Gewebes zunimmt.
  • Durch erhöhte Scherkräfte können sich Gewebeschäden verschlimmern.
  • Durch Reibung entstandene Geschwüre sind häufig durch einen flacheren Bereich gekennzeichnet, der in einen tieferen Bereich übergeht, welcher typischerweise Hämatome aufweist - die Hautränder können zerklüftet sein.
  • Durch Scherkräfte werden meist tiefere Gewebsschäden verursacht, die nicht sofort zu erkennen sind.
  • Wahrscheinlich wird Reibung durch Positionsänderungen hervorgerufen - beispielsweise wenn der Kopf vom Bett erhoben oder gesenkt wird.
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Mikroklima



Definition: die lokale Gewebetemperatur und –feuchtigkeit
an der Schnittstelle Körper/Auflagefläche.

In aller Kürze

  • Es ist bekannt, dass Feuchtigkeit Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Haut hat.
  • Verringert die Steifigkeit – geschmeidige Haut, Mazeration
  • Verringert die Widerstandskraft um bis zu 96 %, führt zu Erosionen
  • Erhöht den Reibungskoeffizienten
  • Erhöht die Klebekraft auf der Kontaktfläche – erhöhte Gefahr von Scherkräften
  • Fördert Abschürfungen, Beläge und Geschwüre
  • Verdünnt den Säuregehalt der Haut – der pH-Wert wechselt zu Alkalität
  • Erhöhte Temperaturen steigern den Stoffwechselumsatz
  • Erhöhte Temperaturen führen zu vermehrtem Schwitzen
  • Am Schnittpunkt zur Auflagefläche wird die Körperwärme zur Falle, weil die Haut sich schnell erwärmt, Hitze baut sich auf und es bildet sich Feuchtigkeit.
  • In Tierversuchen konnte eine Verbindung zwischen Aufheizung und Geschwürbildung nachgewiesen werden14
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Reibung



Definition – „eine parallel zur Hautoberfläche verlaufende Kontaktkraft beim Schieben – d. h. die Oberflächen verschieben sich gegeneinander“.

In aller Kürze

  • Reibung entsteht durch eine Störung der Haut – die Fähigkeit der Haut, als Barriere zu fungieren, kann gestört sein und stellt ein höheres Infektionsrisiko dar oder die unter der Haut liegenden Strukturen sind freigelegt.
  • Reibung hinterlässt oftmals einen oberflächlichen, freigelegten und schmerzhaften Bereich
  • Am meisten gefährdet durch diese Wundart sind Gesäß, Kreuzbein, Rücken, Ellbogen und Fersen
  • Reibungswunden lassen sich als eine sehr uneinheitliche Wunde mit ausgefransten Rändern beschreiben
  • Reibung gehörte historisch gesehen zu der Liste der vier wichtigsten äußerlichen Faktoren, wird aber nun separat diskutiert, und die Wunden werden als Reibungswunden bezeichnet
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