Risiken und Kosten nosokomialer Infektionen

1 von 20 Patienten erleidet während seines Krankenhausaufenthaltes eine Infektion

Nosokomiale Infektionen sind heute ein großes Problem im Gesundheitswesen. Jedes Jahr erleidet 1 von 20 Patienten in der EU eine nosokomiale Infektion, was insgesamt 4,5 Millionen Infektionen bedeutet. 37.000 Patienten sterben daran und bei 111.000 Patienten tragen nosokomiale Infektionen zur Todesursache bei.1

Die Behandlung von nosokomialen Infektionen stellt für die Krankenhäuser ein großes Problem dar. Dabei geht es nicht nur um die zusätzlichen Kosten für die Behandlung der Infektion; zudem verlängert sich die Krankenhausverweildauer nach dem Auftreten einer Infektion im Durchschnitt um 4 Tage.2 Außerdem müssen indirekte Kosten berücksichtigt werden:

  • ein möglicher erneuter Krankenhausaufenthalt
  • ambulante und notfallmäßige Untersuchungen und Behandlungen
  • zusätzliche chirurgische Eingriffe
  • Medikamente
  • erhöhte Inanspruchnahme von Hilfsdiensten, wie z. B. der häuslichen Krankenpflege
  • es können weitere Untersuchungen, z. B. Röntgen- oder Laboruntersuchungen erforderlich werden.

Die finanziellen und personellen Belastungen sind für jedes Krankenhaus von Bedeutung. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie der Europäischen Kommission können 16 Millionen zusätzliche Krankenhaustage auf die Behandlung von nosokomialen Infektionen zurückgeführt werden mit Kosten von 435 Euro täglich, was jährlich zusätzliche Kosten von 7 Milliarden Euro ausmacht.3

Postoperative Wundinfektionen

Postoperative Wundinfektionen machen 14 % aller nosokomialen Infektionen aus und sind damit die drittgrößte Gruppe nach Harnwegsinfektionen und Lungenentzündung.4 Patienten mit einer postoperativen Wundinfektion sterben zweimal so oft wie nicht infizierte Patienten.4

Nosokomiale Infektionen sind ein ernsthaftes Problem. Im Vereinigten Königreich beispielsweise werden jährlich über 300.000 Fälle von im Krankenhaus erworbenen Infektionen dokumentiert.5 Nosokomiale Infektionen sind jährlich allein in UK für rund 5.000 Todesfälle verantwortlich.6

Nach einem vor Kurzem veröffentlichten Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC, European Centre for Disease Prevention and Control) können im Durchschnitt 20-30% dieser unter den derzeitigen Bedingungen im Gesundheitswesen auftretenden nosokomialen Infektionen vermieden werden.3

Übertragungswege postoperativer Infektionen

Die Übertragung von Mikroorganismen auf der Station zwischen Mitarbeitern, Patienten und Besuchern ist gut dokumentiert. Ein weiteres großes Risiko ist jedoch eine postoperative Wundinfektion mit Bakterien aus der natürlichen Hautflora des Patienten. Bei einer aseptischen Operation findet man eine signifikante Beziehung zwischen einer positiven Hautkultur und der Anzahl der Wundinfektionen, was darauf hinweist, dass die Haut eine mögliche Kontaminationsquelle sein kann.7

Die Mitarbeiter unterliegen einem strengen Hygieneprotokoll, der OP und das Inventar durchlaufen vor Beginn der Operation aufwendige Desinfektionsverfahren. Der Inzisionsbereich ist sauber; wenn jedoch der Patient keine Ganzkörperwaschung durchgeführt und seine Haut nicht desinfiziert hat, muss dies nicht für den restlichen Körper des Patienten zutreffen. In der Tat muss man feststellen, dass es ohne Ganzkörperwaschung nur einen Bereich gibt, der dazu führt, dass die Operation nicht vollkommen aseptisch ist und der eine weitere Reduktion der Wundinfektionsrate verhindert, und das ist der Patient selbst.


Risiken nosokomialer Infektionen - die Herausforderung durch MRSA

Etwa 25 % aller nosokomialen Infektionen werden durch S. aureus verursacht,8, 9, 10 wobei 80 % dieser Stämme ihren Ursprung in der Nase haben.12 Da dieser Krankheitserreger bei 20 % der Bevölkerung dauerhaft und bei 60 % zeitweise vorhanden ist, könnte die große Anzahl dieser Infektionen durch eine Eliminierung von S. aureus vermieden werden.11

 Der MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) stellt weltweit eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Diese Infektionen sind, einmal aufgetreten, nur schwer zu behandeln, da die Keime gegen verschiedene Antibiotika resistent sind. Das unterstreicht die Notwendigkeit, MRSA mit einer wirkungsvollen Infektionsprävention zu bekämpfen.


Die Kosten postoperativer Wundinfektionen

Die finanziellen und personellen Belastungen sind für jedes Krankenhaus von Bedeutung. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie der Europäischen Kommission können 16 Millionen zusätzliche Krankenhaustage auf die Behandlung von nosokomialen Infektionen zurückgeführt werden mit Kosten von 435 Euro täglich, was jährlich zusätzliche Kosten von 7 Milliarden Euro ausmacht.3

Jedoch spielt der Ort einer Wundinfektion eine wichtige Rolle hinsichtlich der Schwere ihrer Auswirkungen. Eine oberflächliche Infektion der Operationsstelle kostet schätzungsweise rund 400 USD je Fall im Vergleich zu 30.000 USD für eine ernsthafte Organ- oder Space-Infektion.13 Jedoch werden die Kosten für eine postoperative Wundinfektion oftmals unterschätzt, da sie von einer ordnungsgemäßen Dokumentation und der Tatsache abhängen, dass die meisten Studien nur die Kosten für den verlängerten Krankenhausaufenthalt berücksichtigen.3, 14

Übertragungswege postoperativer Infektionen

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Referenzen

  1. Commission of the European Communities. Accompanying document to the Communication and Recommendation on patient safty, including the prevention an control of healthcare-associated infections. Dezember 2008.
  2. Martone WJ, Jarvis WR, Culver DH, Haley RW. 1992. Incidence and nature of endemic and epidemic noso comial infections. 577-596. In Bennett JV, Brachman (ed.). Hospital infections, 3rd ed. Little,Brown and Co., Boston.
  3. European Centre for Disease Prevention and Control. Annual epidemiological report on the communicable diseases in Europe 2008. Chapter 2: Healthcare-associated infections.
  4. Plowman R., Graves N., Griffin M. A. S., Roberts J. A., Swan A. V., Cookson B., Taylor L. 2001.The rate and cost of hospital-acquired infections occurring in patients admitted to selected specialities of a district general hospital in England and the national burden imposed. J of Hosp Infec. 47; 198-209
  5. Urban, G. Ducel et al.; Prevention of hospital-acquired infections; WHO/CDS/CSR/EPH/2002.12
  6. Health Protection Agency, MRSA-Informationen für Patienten (www.hpa.org.uk).
  7. Brote L. 1976. Wound infections in clean and potentially contaminated surgery. Acta Chir Scand. 142: 191-200.
  8. Mintjes-de Groot AJ, van Hassel CA, Kaan JA, Verkooyen RP, Verbrugh HA. 2000. Impact of hospital-wide surveillance on hospital-acquired infections in an acute-care hospital in the Netherlands. J Hosp Infect. Vol 46; 36-42.
  9. VandenBerg MF, Kluytmans JA, van Hout BA, Maat AP, Seerden RJ, McDonnel J, et al. 1996. Cost-effectiveness of perioperative muporocin nasal ointment in cardiothoractic surgery. Infect Control Hosp Epidemiol. Vol 17; 786-92.
  10. Pittet D, Wenzel RP. 1995. Nosocomial bloodstream infections. Secular trends in rates, mortality and contribution to total hospital deaths. Arch Intern Med. Vol 155; 1177-84.
  11. Kluytmans J, van Belkum A, Verbrugh H. Nasal carriage of Staphylococcus aureus: epidemiology, under lying mechanisims, and associated risks. Clinical Microbiol Rev. 1997; 10: 505-20.
  12. von Eiff C et al. 2001. Nasal carriage as a source of Staphylococcus aureus bacteremia. Study Group. NEJM. Vol 344; 11-16.
  13. Emori; Gaynes An Overview of Nosocomial Infections, Including the Role of the Microbiolog Laboratory; American Society for Microbiology OCt. 1993, S. 428-442
  14. R, Keele; Kapitel 9: Nursing Research and Evidence – Based Practice; 10 steps to success; Jones and Bartlett; 2011
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